Die KfW hat die Förderung für Effizienzhaus-55-Neubauten bis zum 31. Dezember 2026 verlängert. Damit bleibt ein Förderinstrument erhalten, das ursprünglich bereits zum 30. Juni ausgelaufen wäre.
Wenn die Schublade wichtiger wird als das Problem
Wir Menschen lieben Schubladen.
Energieaudit.
Energiemanagementsystem.
Förderprogramm.
Pflicht.
Freiwilligkeit.
Schubladen schaffen Ordnung. Sie helfen, komplexe Sachverhalte zu strukturieren. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes. Das Problem beginnt dort, wo die Wirklichkeit nicht in die Schublade passt, die Schublade aber wichtiger wird als die Lösung.
Vom Walzer zum Swing
Warum negative Strompreise kein Ausreißer sind – und was das für den Energiebezug bedeutet
Im April 2026 wurde Strom an der Börse zeitweise zu minus 480 Euro je Megawattstunde gehandelt. Wer in diesem Moment Strom verbrauchte, bekam Geld dafür. E-Autofahrer luden ihr Fahrzeug voll und verdienten dabei 18 Euro.
Klingt wie ein Systemfehler. Ist aber keiner. Es ist Systemlogik.
Die Freiheit, sich falsch zu entscheiden
Die Leitplanken sind weg. Die Kurve ist noch da.
Das Gebäudeenergiegesetz soll abgelöst werden. An seine Stelle tritt ein Gebäudemodernisierungsgesetz, das auf Technologieoffenheit und Eigenverantwortung setzt. Gas- und Ölheizungen bleiben beim Heizungstausch möglich. Die 65-Prozent-Regelung soll entfallen. Die Entscheidung liegt künftig stärker bei den Eigentümern. Das klingt nach Freiheit. Und es ist auch Freiheit. Aber Freiheit ohne Orientierung ist kein Geschenk. Sie wird schnell zur Zumutung.
Was nicht wehtut, kann warten. Oder?
Wir kennen dieses Gefühl gut.
Nicht weil wir besonders sensibel wären. Sondern weil wir jeden Tag damit arbeiten. Klimaschutz ist seit Jahren das beste Beispiel für einen Mechanismus, der uns als Gesellschaft immer wieder einholt: Wir schieben, was nicht sofort wehtut.
Warum man Transformation nicht umrühren sollte
Oder: Was die Physik der ostfriesischen Teezeremonie uns lehrt
Manchmal braucht es keinen Gesetzesentwurf, keinen Förderleitfaden und kein Energiedatenblatt. Manchmal reicht eine Tasse Tee.
Der Gebäudesektor zwischen Wissen und Wirkung
Der Gebäudesektor steht seit Jahren im Fokus der Energiewende. Und doch wiederholt sich die Diagnose mit bemerkenswerter Konstanz: Die Sanierungsrate ist zu niedrig, die Sanierungstiefe reicht nicht aus, und die notwendigen Effizienzgewinne bleiben hinter den Zielen zurück.
Orientierung – unser Kalenderthema 2026
Orientierung ist ein leises Wort. Es kommt ohne Tempo, ohne Parolen, ohne fertige Antworten aus. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum es uns durch das Jahr 2026 begleiten wird.
Wie die NettCon 1,1 % Deutschlands bewegt hat
Es war einmal, im hohen Norden – dort, wo der Wind quer über die Felder zieht und die Kühe manchmal mehr Namen haben als die Straßen Schilder.
On Track – Warum wir dem Kompass der Wissenschaft weiter folgen sollten
Es wirkt fast wie ein Paradoxon: Während Klimaschutz politisch an Strahlkraft verliert und die öffentliche Aufmerksamkeit anderen Themen folgt, verdichten sich die wissenschaftlichen Signale, dass wir uns auf einem gefährlichen Pfad befinden. Der Planetary Health Check 2025 liefert uns ein beunruhigendes Update: Sieben der neun planetaren Belastungsgrenzen sind bereits überschritten – mit weiter steigender Tendenz. Aber genau deshalb ist dieser Moment entscheidend. Denn wer heute Orientierung sucht, findet sie nicht in populistischen Schlagzeilen, sondern in der wissenschaftlich fundierten Analyse komplexer Zusammenhänge. Der Bericht zeigt eindrücklich, wie eng Klimawandel, Biodiversitätsverlust, Wasserknappheit und Landnutzung miteinander verwoben sind – und dass einzelne Kipppunkte nicht isoliert betrachtet werden können. Umso irritierender ist es, wenn Klimaschutz politisch als potenzielle Gefahr für den Wohlstand inszeniert wird. Der Internatitionale Währungsfonds warnt explizit davor: „Climate change has potential to do significant economic harm, and poses worrying tail risks.“ (IWF, Thema „Climate and the Economy“). Mit anderen Worten: Klimawandel ist nicht nur ein Umweltproblem, sondern ein globales wirtschaftliches Risiko – und keineswegs ein Luxusthema. Wer nicht handelt gefährdet Wohlstand. Wir bei NettCon halten Kurs. Nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung. Unsere Projekte im Bereich Dekarbonisierung, Elektrifizierung und nachhaltiger Transformation sind Ausdruck davon, dass es möglich ist, wissenschaftliche Erkenntnisse in strategisches Handeln zu übersetzen – und dass jede Kommune, jedes Unternehmen Teil der Lösung sein kann. Deshalb sagen wir heute Danke. Danke an alle, die es uns gleich tun. Die sich nicht beirren lassen vom Lärm des Tages. Die Klimaschutz nicht als Meinung, sondern als Verantwortung verstehen. Und die ihren Weg weiter mit dem besten Kompass ausrichten, den wir haben: den Erkenntnissen der Wissenschaft – und dem Wunsch, damit etwas Gutes für alle Menschen zu bewirken.